Der Schwarze Nachtschatten

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Solanum nigrum (giftig)

Mondscheinkraut, Teufelskirsch, Nachtbeere, Giftbeere, Hühnertod

 


Allgemeines

Der Schwarze Nachtschatten wächst an warmen, halb-schattigen Orten bis zu 80 cm hoch meist an Wegrändern oder Feldausläufern. Er mag es warm, jedoch nicht zu sonnig und zu heiß. Circa 20-30°Grad lässt er sich gefallen, alles was darunter oder darüber liegt kann sein Wachstum und die Früchtebildung negativ beeinflussen. Frostbeständig ist er demnach nicht.

Seine Blüten bilden sich im Juni aus und halten bis in den Oktober hinein.

 

Daraus werden im Anschluss erst grüne, dann blauschwarze Beeren. In jeder davon sind bis zu 60 Samen enthalten, welche einige Vögel durch Ausscheidung verbreiten.

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schwarzer nachtschatten beeren (unreif)

Schwarzer Nachtschatten Beeren (unreif)

Ernährung

In einigen Gegenden werden die reifen Beeren zu Nahrungszwecken gesammelt und als Obst verwendet. Sogar Konfitüre wird daraus gemacht. Auch die Blätter sollen als Spinat-Ersatz dienen. Dazu muss man sie kochen (wobei das Wasser während des Vorgangs oft ausgetauscht wird, oder in Milch, um die Giftstoffe zu entziehen). Da der Schwarze Nachtschatten, je älter er ist, weniger giftig sein soll, kann der Verzehr genannter Teile möglich sein, wenn der Standort stimmt. Denn Klima und Boden tragen zum Giftgehalt der Pflanzenbestandteile bei.


Jedoch ist unaufgeklärten davon abzuraten, denn die kleinste Überdosierung kann zu einer Lähmung des Atmungsapparates und somit zum Tod führen.

Volksglaube & Wirkung

Der eigentlich giftige Nachtschatten hatte in der Volksheilkunde durchaus Verwendung. Während der Blüte gesammelt und getrocknet half er gegen Fieber, Magen- und Darmbeschwerden, sowie äußerlich gegen Flechten, Ekzeme, entzündliche, nässende Abzesse und Hamörrhoiden.

In der Homöopathie findet er noch Einsatz bei Kopfschmerzen und Schwindel. Anonsten lässt die moderne Medizin lieber die Finger von ihm.

Er soll neben dem Schwarzen Bilsenkraut, dem Stechapfel, der Tollkirsche und der Alraune Bestandteil der Hexensalben gewesen sein, mit welchen sie sich einrieben und ihre Flüge und Exzesse erlebten. Diese Wirkung ist auf die halluzinogenen Stoffe der Pflanze zurückzuführen, mit welchen die ‚Hexen‘ das ‚Gefühl‘ hatten zu fliegen und zu tanzen bis hin zu realitätsnahen erotischen Träumen.

In Deutschland wuchs er früher unkrautartig zwischen Mais, Kartoffeln und Rüben. Noch heute besteht die Gefahr, dass während der Ernte der Nachtschatten mit eingefahren wird und die Ernte vergiftet. Daher verwenden die Bauern chemische Zusammensetzungen, um dem Wachstum dieser Pflanze entgegenzuwirken.

Das wichtigste zusammengefasst:
  • Lebensdauer: einjährig
  • Standort: halbschattig, warm und trocken; an Schuttplätzen, Gärten, Äckern
  • Winterhart?: Nein
  • Größe / Höhe: 80 cm
  • Blüte: weiß, Juni – Oktober
  • Hauptinhaltsstoff: Solanin
  • Vermehrung: Samen
  • Gesundheit: homöopathisch bei Kopfschmerzen und Schwindel

All die Angaben und Ratschläge ersetzen niemals den Besuch beim Arzt! In jedem Fall ist ein Vorsprechen bei diesem notwendig!