Der Gundermann

Werbung

Glechoma hederacea

Erdefeu, Gundelrebe, Gundelkraut, Soldatenpetersilie, Erdkränzl, Kollermann, Buldermann, Donnerrebe, Gundram

 


Allgemein

Der Gundermann ist ein Bodendecker, der sich im Herbst über den Winter zurückzieht und Winterpause einlegt. Dann, im Frühjahr, kriecht und verzweigt er sich überall hin.

Der Gundermann blüht von April bis Juni blau-violett, dabei stehen die Blütenstände bis zu 15cm hoch aufrecht zwischen dem Laub.

Man findet das würzig riechende Kraut auf feuchten Wiesen, in hellen Wäldern und an Böschungen.

Werbung

Obwohl er recht gut zu erkennen ist, kann man ihn dennoch schnell mit dem Kriechenden Günsel und der Purpurroten Taubnessel verwechseln. Aber das ist nicht tragisch, weil diese beiden Verwechslungskandidaten ebenfalls absolut nicht giftig sind.

 

 

Verwendung

Man nimmt das Kraut der Gundelrebe für Tee, Umschläge, Auflagen oder als Nahrung.

Zerreibt man die Blätter des Gundermann riechen sie etwas unangenehm, balsamisch. Sie schmecken bitter und scharf und verursachen ein kratziges Gefühl auf der Zunge und beim Schlucken.

Bis zum Reinheitsgebot von 1516 diente er anstelle von Hopfen als Bittermittel beim Brauen von Bier.

Man kann das ganze Kraut sowohl frisch, als auch getrocknet verwenden. Jedoch rate ich es immer frisch zu verwenden, damit Wirkung eintritt.

 

Tee von der Gundelrebe

1 Esslöffel des Krauts mit einer Tasse heißen Wasser übergießen und 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen.
Danach abfiltern und mit etwas gutem Honig oder braunem Zucker süßen.
Davon trinkt man 2 Tassen am Tag.

Der Tee hilft bei Problemen mit der Niere und der Blase, bei Schnupfen, Husten, Erschöpfung und Müdigkeit.


Einen Umschlag mit Gundermann

macht man am besten mithilfe eines Absuds des Krauts. Dazu kocht man es ca. 10 Minuten, filtert das Kraut ab und lässt den Sud abkühlen. Danach tränkt man ein Tuch darin und legt es auf die betroffene Stelle. Wird ein warmer Wickel gebraucht, nutzt man den warmen Sud direkt nach dem Abkochen.

Es wirkt schmerzlindernd.


Die Auflage macht man wie beim Umschlag

durch das Abkochen des Krauts. In diesem Fall nur 5 Minuten kochen, abfiltern und das gekochte, noch warme Kraut etwas ausgedrückt in Leinsäckchen füllen. Diese legt man dann auf die betroffenen Stellen, wo sie wundheilfördernd wirken.


Wenn man den Gundermann essen möchte,

kann man ihn pur in einem Obstsalat verarbeiten. Seine würzigen, etwas bitteren Blätter sind eine tolle Ergänzung zu dem verarbeiteten süßen Obst.

Zur Verzierung von Süßspeisen eignen sich sowohl Blätter als auch Blüten. Man kann das Kraut auch in Kuchen verbacken.

Das zerriebene oder weichgekochte Kraut macht sich gut als Gewürz in Suppen und Eintöpfen. Es schmeckt wie Petersilie und wird daher auch als wilde Form dieser bezeichnet.

 

Suppe vom Gundermann

Zwei Hand voll Gundermannkraut in Butter andünsten.
Mit Mehl bestäubt und mit guter Brühe aufgegossen 2-3 Kellen am Tag trinken.

Es soll den Kreislauf ankurbeln und die Erschöpfung vertreiben.

In zu großen Mengen kann der Gundermann aufgrund des enthaltenen Glechomin für Tiere tödlich sein, insbesondere für Pferde.

 

 

Wirkung

Hildegard von Bingen sagte, der Gundermann wäre eher warm als kalt. Sie bezog sich auf den Farbstoff Grün, da man vom Gundermann hauptsächlich das Kraut nutzt und dieses als Mus oder in einer Suppe gegessen werden sollte. Auf diese Weise sollte es gegen Müdigkeit, Verwirrung und Konzentrationsschwäche helfen. Sie gab den Hinweis, dass man sich die warm gekochte Gundelrebe um die Brust wickeln sollte.

Desweiteren wirkt er innerlich bei Husten, auch bei eitriger Bronchitis, auswurffördernd, entzündungshemmend, krampflösend und bei Schnupfen schleimlösend.

Äußerlich angewandt ist er trocknend, wundheilend und zusammenziehend.

Gundermann oder Gundelrebe kommen von dem altdeutschen Wort gund, welches Eiter oder Geschwulst bedeutet. Das rührt daher, dass diese Pflanze hilfreich bei eiternden Wunden und Geschwüren ist.

 

 

Volksglaube

Damals war der Gundermann nicht nur eine Heil-, sondern auch eine Zauberpflanze. Man dachte sich, dass der Geist der Pflanze vor dem Bösen bewahre.

In der Pfalz schnitt man ihn in der ersten Mainacht und gab ihn mit Salz und Hafer vermischt dem Vieh. Dann war dies gefeit vor Krankheit und Behextsein. Außerdem mehrte man mit ihm ihre Milch und schützte diese vorm Versiegen.

Legte man der Gans den Gundermann ins Nest war deren Brut vor Zauber geschützt und sollte kräftige Jungen hervorbringen.

In einigen Gegenden verbohrte man das Kraut in die Radnaben der Wagen, dass sie nicht bersten und kein Unglück geschehe.

Ein bekannter volkstümlicher Glaube ist, dass man mit Hilfe der Gundelrebe Hexen sehen könne. Dazu wand man den Gundermann zu einem Kranz und legte sich diesen auf den Kopf.

Ging man damit an Walpurgis in die Kirche, konnte man die Hexen sehen. Sie waren zu erkennen an Milcheimern, welche sie auf dem Kopf trugen oder an der Tatsache, dass sie auf Ofengabeln ritten.

In der nordischen Mythologie war der Gundermann Donar, dem Donnergott, geweiht und gilt daher dem Schutz vor Blitzschlägen.

 

Lateinischer Name: Glechoma hederacea
Andere Namen: Erdefeu, Gundelrebe, Gundelkraut, Soldatenpetersilie, Erdkränzl, Kollermann, Buldermann, Donnerrebe, Gundram
Blüte: April – Juni
Sammelzeit & -gut: April – Juni die Blüten, Kraut ganzjährig
Ursprünglicher Standort: feuchten Wiesen, in hellen Wäldern und an Böschungen
Verwendung: Tee, Auflage, Umschlag, Nahrungszubereitung
Giftig? nein
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe
Wirkung: schleimlösend, auswurffördernd, entzündungshemmend, schmerzlindernd, wundheilfördernd, zusammenziehend, trocknend, krampflösend